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Innovative Therapieansätze in einer offenen Psychiatrie -

25.09.2018

Hadamar - Weilmünster / Mit einem Festakt wurden Klinikdirektor Privatdozent Dr. med. Dieter Schoepf und Pflegedirektor Matthias Schulz offiziell begrüßt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Neue Behandlungsangebote, Fachkräftegewinnung und weitere Entstigmatisierung der Psychiatrie - es gibt viele Aufgaben für die neuen Köpfe bei Vitos.

 "Gleich zwei neue Führungskräfte begrüße man selten zugleich", so Susanne Selbert. Die Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes hieß die Herren herzlich willkommen und freute sich, dass nun die Führungsriege des Klinikums wieder komplett sei. Eines der Spezialgebiete des neuen Klinikdirektors sei die Behandlung von chronischen Depressionen, skizzierte Selbert das Profil des psychiatrischen Experten. Als Oberarzt in Bonn, wo er zuletzt am Universitätsklinikum arbeitete, baute er das Kompetenzzentrum für die spezifische Psychotherapie der lang anhaltenden depressiven Störung auf. "Als ausgewiesener Experte mit internationaler Vernetzung passen Sie mit Ihrer Expertise genau zum Klinikum. Sie wollen den Menschen in der Region eine Versorgung nach dem neuesten wissenschaftlichen Standard bieten", so die Landesdirektorin. Dazu strebe Schoepf eine enge Kooperation mit den umliegenden Krankenhäusern und den niedergelassenen Ärzten an.
Bei Matthias Schulz, dem neuen Pflegedirektor, müsse die Pflegekompetenz in den Genen liegen, mutmaßte Selbert. Seit drei Generationen ergriffen Mitglieder seiner Familie diesen Beruf. Mit Leitungserfahrung an verschiedenen Kliniken und zuletzt an der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel sei er der richtige Pflegechef für drei Kliniken, der gerne "über den Tellerrand der Pflege" hinausschaue.

Eine der Aufgaben beider neuer Experten sei es, weitere Fachkräfte zu gewinnen, konstatierte Reinhard Belling in seinem Grußwort. Der Vitos Geschäftsführer ist überzeugt, dass dies Hand in Hand mit dem Ziel von Vitos gehe, die bedarfsgerechten Angebote für Patienten, Klienten und Bewohner weiter auszubauen. Als Beispiel nannte er die zertifizierte Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT), die speziell für Patienten mit einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung (früher Borderline Syndrom), in Hadamar angeboten wird.

Geschäftsführer Martin Engelhardt beschrieb den Führungskräftewechsel als entscheidender Einschnitt. "Wir nutzen diesen starken Impuls und den damit verbundenen Antrieb, den Kliniken eine neue Ausrichtung zu geben. Begonnen hat dies bereits Anfang des Jahres, als PD Dr. med. Christoph Best neuer Klinikdirektor der neurologischen Klinik wurde und fast zeitgleich Stefan Hedderich die Pflegedirektion der forensischen Klinik in Hadamar übernahm."

Neues behutsam und nachhaltig integrieren

Klinikdirektor PD Dr. med. Schoepf berichtete, dass er in den ersten Arbeitswochen freundlich aufgenommen wurde und eine gut aufgestellte Klinik übernehme, die überzeugende Zahlen vorzuweisen habe. Der Facharzt betonte, dass dahinter Mitarbeiter stünden, die in den vergangenen Jahren ihr Bestes gegeben haben. Er versprach: "Wir werden uns nicht auf unseren Erfolgen ausruhen, im Gegenteil, wir werden das Erreichte aufrechterhalten, verfeinern und anpassen." Weiterentwicklungen plane er in Bezug auf technische Möglichkeiten wie Hirnstimulationsverfahren bei Depressionen, Telemedizin sowie Virtual Reality basierten Unterstützungssystemen und kündigte eine Angebotserweiterung in den Bereichen affektive Störungen, psychotraumatologische- und Angststörungen an.

Matthias Schulz skizzierte den Gästen seine Vision der Pflege, die den Patienten als Kunden sieht. Um vom Patienten für die Behandlung ausgewählt zu werden, gelte es, das Behandlungsumfeld und die Pflege attraktiv und konkurrenzfähig zu gestalten. "Ich sehe im Neubau der psychiatrischen Klinik in Hadamar eine große Chance, die Umgebung für die Patienten sehr viel angenehmer zu gestalten und zugleich bessere Arbeitsbedingungen für meine Berufsgruppe zu schaffen."

Zu den Rednern gehörten auch der Kreisbeigeordneten Berthold Weikert und Stadtrat Matthias Zürn (Hadamar), die beide den Direktoren gute Wünsche mit auf dem Weg gaben. Sie brachten zudem eine große Wertschätzung der Einrichtung zum Ausdruck, sowohl als bedeutendes Gesundheitszentrum der Region als auch als großer regionaler Arbeitsgeber.