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Aktuelles (Pressemitteilungen)

Training für den Notfall

28.08.2018

Die Intensivstation der Vitos Klinik für Neurologie übt das richtige Verhalten im Notfall mit einem Simulationstraining.

Weilmünster / Bei einem Notfall ist Eile geboten und professionelles Handeln mit reibungslosen Abläufen. Doch das ist gar nicht so einfach, wenn jede Minute zählt und vielleicht ein Menschenleben auf dem Spiel steht. Aber gerade bei der Bewältigung von Notfallsituationen kommt es auf eine große Handlungssicherheit ein. Um genau dies zu trainieren, lud die Vitos Klinik für Neurologie das Simulationszentrum Mittelhessen ein. Ziel war es, auf der Intensivstation die Praxis mit anspruchsvollen Notfallsituationen zu erhöhen.

"In der Luftfahrt sind Simulationstrainings schon lange Standard. Auch in Kliniken sind sie äußerst sinnvoll, aber leider noch nicht sehr üblich", so Dr. Michael Adelmann, ärztlicher Leiter der Intensivstation. "Umso mehr freue ich mich, dass unser Team auf diese Art und Weise für mehr Patientensicherheit trainieren kann und auf risikoreiche Situationen vorbereitet ist."

Für den Trainingstag hatte Dr. Adelmann verschiedene Notfallszenarien entworfen. Aufgabe des Simulationszentrums war es, diese nachzustellen. Dazu kam ein täuschend echt anmutender Patientensimulator zum Einsatz. Er stellte nicht nur Vitalfunktionen und Erkrankungsbilder eines Patienten realitätsgetreu nach, sondern ließ sich der Behandlung entsprechend dynamisch durch die Trainer steuern. Geübt wurde in einer Behandlungseinheit der Intensivstation, da die gewohnte Arbeitsumgebung den Effekt dieses Trainings besonders verstärkt. Abläufe und Handgriffe sollten unter Alltagsgegebenheiten so realitätsnah wie nur möglich trainiert werden. Konzentriert arbeiteten Ärzte und Pflegekräfte Hand in Hand. Kameras und Mikrofone zeichneten die Übungssituationen auf, die auf diese Weise detailliert nachbesprochen werden konnten. Die Trainer vom Simulationszentrum Mittelhessen analysierten die Handlungsabläufe und das gesamte Team reflektierte gemeinsam seine Vorgehensweise.

"Durch die Möglichkeit von außen zuzuschauen, eröffneten sich einem ganz andere Einblicke und ein besseres Verständnis für die Situation. Besonders hilfreich für das Training war es, dass das Team dabei wie gewohnt arbeiten konnte, ohne dass jemand tatsächlich über die Schulter schauen musste," so Maren Sehr, pflegerische Leitung der Intensivstation.

"Wir sind alle sehr gut ausgebildet, aber nur wenig trainiert!", schätzt Dr. Martin Sassen, Notfallmediziner vom Simulationszentrum, die Situation der Mitarbeiter im Gesundheitswesen ein. "Dass Simulationstrainings angeboten werden, ist in eine wichtige Errungenschaft für die Klinik und ihre Mitarbeitenden!", Denn, so Sassen: "Kritische Notfälle stellen - glücklicherweise - immer eine seltene Ausnahmesituation dar, was aber den Erwerb von Routine und standardisiertem Vorgehen ohne Simulationsübungen schwierig bis unmöglich macht."